Freimaurerei

Werte, Vielfalt und Gemeinschaft

Was ist Freimaurerei

Die Freimaurerei wird oft die Königliche Kunst genannt. Sie will „Könige“ schaffen, das sind freie Menschen, die selbst agieren und nicht nur auf Zwänge reagieren; Menschen, die selbst Sinn stiften möchten und nicht nur Worte und Lehren Dritter wiedergeben.

Bei den Freimaurern begegnen sich Menschen, die eine geistige Auseinandersetzung mit sich und ihrem Umfeld suchen, sich gegenseitig anerkennen und schätzen und sich weiter entwickeln möchten.

In unserer Loge Am Rotenberg arbeiten Männer und Frauen aus drei Generationen zusammen. Wir profitieren wechselseitig von unseren unterschiedlichen Ansichten, Lebenserfahrungen und Kenntnissen. Wir begegnen uns ohne Vorurteile über Alltag und Stand und vordergründige Strukturen.

Wir unterstützen die Werte der Aufklärung: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanismus und schätzen es, dass wir bei allen Unterschieden alle diesen Ideen verpflichtet sind.

Wir schätzen auch die Bereicherung, in unserer Loge wertvolle Menschen kennen lernen zu dürfen, die wir in unserem Alltag vielleicht nie kennen gelernt hätten. Bei allen Unterschieden verfolgen wir gemeinsam die freimaurerischen Ziele und genießen unsere Zusammenkünfte daher auch als Verbindung von Freundschaft, Herausforderung, Tradition und Bereicherung

Transparenz, Mythen und Erleben

Eine diskrete Gesellschaft

Die Freimaurerei wird immer noch als Geheimbund angesehen, den viele mit Verschwörungstheorien in Zusammenhang bringen. Dies ist verblüffend, da viele Geheimnisse offen gelegt wurden und es sich zudem bei den Geheimnissen der Freimaurerei um überliefertes Wissen der Menschheit handelt, das nicht nur durch die Freimaurerei, sondern auch durch Philosophen und Religionsstifter, in Mythen und Märchen weitergetragen wurde.

Im Internet grassieren dennoch zahlreiche Behauptungen diverser Verschwörungstheoretiker und –liebhaber zum Thema der Verschwörungen der Freimaurer. Die meisten Autoren scheinen hierbei voneinander abzuschreiben und auch der Phantasie scheinen keinerlei Grenzen gesetzt zu sein! Als Freimaurer kann ich Ihnen versichern, dass wir häufig perplex sind, wenn wir uns die im Internet veröffentlichen angeblichen freimaurerischen Filme ansehen oder uns mit den Artikeln auseinandersetzen, in denen teilweise recht abstruse Behauptungen über die Freimaurerei aufgestellt werden.

Es ist leicht, mit uns in Kontakt zu kommen und uns zu fragen!

Unsere Anschrift, unsere Telefonnummern und die Abende, an denen wir gerne für Fragen von Gästen und Interessierten zur Verfügung stehen, finden Sie auf dieser Homepage. Da wir ein eingetragener Verein sind, kann unsere Satzung von jedermann eingesehen werden.

Ist also nichts an der Freimaurerei geheim? Doch! Es macht einen großen Unterschied, ob Sie darüber lesen, wie es ist, zum ersten Mal mit einem Fahrrad zu fahren oder ob Sie sich selbst aufs Fahrrad setzen, den Wind im Gesicht spüren, sich gelegentlich über Ihre Geschwindigkeit freuen oder aber mit viel Mühe den Berg heraufstrampeln. Egal wie viele Berichte Sie über das Fahrradfahren lesen, so wird es doch anders sein, wenn Sie tatsächlich ein Fahrrad nehmen und es ausprobieren. So können Sie sich dies auch mit unseren rituellen Arbeiten vorstellen.

Zudem wahren wir das Arkangeheimnis – alles Rechtmäßige, das in unserer Runde gesprochen wird, wird nicht weiter getragen. Die Loge ist daher für ihre Mitglieder ein geschützter Raum vertrauten und freundschaftlichen Umgangs.

Mehr Licht ins vermeintliche Dunkel gefällig?

Dann sehen Sie sich den folgenden Filmbeitrag an:

Erkenntnis, Ethik und Werte

Ziele der Freimaurerei

Für die Freimaurer sind die drei „vornehmen“ Fragen der Menschheit relevant:

Wie ist dieses Universum entstanden?
Welche Rolle spielt der Mensch in der Welt?
Was geschieht nach dem physischen Tod?

Die Freimaurer streben nach einem Gewinn an Erkenntnis (Weisheit) über sich selbst, die Gesellschaft und das Universum.

Freimaurer setzen sich mit der eigenen Vergänglichkeit auseinander und prüfen ihr Verhalten an diesem Maßstab.

Freimaurer arbeiten an der Verwirklichung der freimaurerischen Werte in der Gesellschaft – Menschwürde, Freiheit, Gleichheit, Weltfriede, Toleranz und Fortschritt / Entwicklung der Menschheit an sich.

Dialog, Aufnahme und Entwicklung

Wie wird man Freimaurerei?

Die Freimaurerei missioniert nicht. Wenn Sie Interesse an der Freimaurerei haben, stehen wir Ihnen gerne für Gespräche und Antworten auf eventuelle Fragen zur Verfügung. Wir veranstalten zudem regelmäßig offene Abende, an denen jedermann teilnehmen kann.

Wenn jemand Mitglied in unserer Loge werden möchte, lässt er uns dies wissen. Es werden dann einige Gespräche vor dem Hintergrund dieses Aufnahmewunsches geführt, um zu klären, ob beide Seiten sich vorstellen können, gemeinsam in einer Loge miteinander zu arbeiten. Nach diesen Gesprächen wird innerhalb unserer Loge über die Aufnahme abgestimmt. Stimmt die Loge der beantragten Aufnahme zu, kann diese stattfinden – und wie Sie vielleicht schon wissen, beginnt hier das freimaurerische Geheimnis!

Um Freimaurer zu werden, sollten Sie 21 Jahre alt sein. Sie sollten die freimaurerischen Ziele für Sich akzeptieren und an deren Verwirklichung mitwirken wollen. Freimaurer betrachten es als Teil der königlichen Kunst, an sich selbst zu arbeiten und kontinuierlich nach der eigenen geistigen, ethischen und moralischen Entwicklung zu streben. Sie sollten daher Freude an Neuem haben und auch bereit sein, sich selbst zu hinterfragen.

Historische Wurzeln und Tradition

Geschichte derFreimaurerei

Wissenswertes über die Geschichte der Freimaurerei!

Die Steinmetz-Bauhütten (engl. lodge, franz. loge) des Mittelalters waren die Vorläufer der heutigen Freimaurerei. Die Mitglieder dieser Bauhütten genossen Religionsfreiheit, Reisefreiheit und es wurde gestattet, dass die Bauhütten ihr Wissen gegenüber Fremden durch geheime Zeichen, Worte und Griffe schützten. Die spekulative Maurerei ist allmählich aus diesen Bauhütten entstanden, da die Handwerkslogen zur Festigung ihres Einfluss nicht berufszugehörige Mitglieder (i.d.R. Honoratioren) zuließen.

1140
Bau der Kilwinnig Abbey

Die sog. Mutterloge „Kilwinning“ wurde in den Räumen dieser Abtei gegründet und hat dort gearbeitet bis zum Jahr 1560, in dem der Earl of Glencairn diese Abtei zerstörte, weil diese unter der Herrschaft der Earls of Eglinton stand, mit denen er verfeindet war.

1140
1248
Statuten von Bologna

Bei diesen Statuten handelt es sich um das älteste maurerische Dokument, das erhalten geblieben ist. Es enthält:

  • Satzung mit 56 Paragraphen zu verschiedenen Lebensbereichen
  • Regeln für Einweihung in die Bruderschaft („società“) der Steinmetzen
  • Regeln für die Ämterbesetzung innerhalb der società
  • Armenfürsorge innerhalb der società
1248
1390
Regius-Manusskript

Dies ist das älteste englischsprachige Dokument über eine Loge. Es ist in Versform geschrieben und enthält

  • Dokumentation einer Bauhütte (engl. Lodge)
  • Darstellung der Legende der vier Gekrönten (Quatuor Coronati)
  • Lob der sieben antiken Künste nach Euklid
  • Logenregeln: Lehrlingszeiten, gute Sitten, Regeln für Meister
  • brüderlicher Umgang, Gleichberechtigung
  • stark christlicher Einschlag
1390
1410
Cooke-Manuskript

Dieses Manuskript wiederholt im wesentlichen in Prosa die Ausführungen des Regius-Manuskripts.

1410
1456
Bau der Roslyn Chapel in Schottland

Im Innenraum dieser Kapielle finden sich die beiden freimaurerischen Säulen und die Darstellung einer Initiation in Stein. Die örtliche Legende entspricht inhaltlich der Legende des dritten Grades (mit anderen Namen).

1456
1560
Ritualel werden neu aufgezeichnet

Die Rituale der Loge Kilwinnig werden neu aufgezeichnet, weil sie bei der Zerstörung der Abtei verbrannt sind. Dies wird in den „neuen“ Texten entsprechend vermerkt. Dieser „allgemeine schottische Ritus“ wird bis heute in Schottland und weltweit verwendet – auch in unserer Loge!

1560
1598/1599
Statuten von Shaw

Diese Statuten dokumentieren eine Loge von Kilwinning in Schottland. Es findet sich noch die Differenzierung zwischen dem angenommen Lehrling und dem eingetretenen Lehrling. In diesen Statuten wird erstmals ausdrücklich auf die spekulative Maurerei hingewiesen.

1598/1599
1607
Constitution von Inigo Jones („schottische“ Verfassung)

Hinweis auf Geometrie als 5. der antiken Künste: „which science is called masonry“.

1607
1634
Erste schriftliche dokumentierte Initiation von Nichtmaurern in eine Loge

In die Loge „Mary’s Chapel“ No. 1,  wurden am 03.07.1634 Lord Alexander Viscount Canada, Sir Anthony Alexander und Sir Alexander Strachan aufgenommen.

1634
1660
Gründung der Royal Society

Alle Gründungsmitglieder dieser wissenschaftlichen Forschungsgesellschaft waren Freimaurer.

1660
1696
Manuskript von Edinburgh

Dieses Manuskript enthält den ältesten erhalten gebliebenen Ritualtext.

1696
1717
Gründung der 1. Großloge von London und Westminster

Am 24.06.1717 wird in London von vier Logen die erste Großloge gebildet. Eine Großloge ist ein Zusammenschluss mehrerer Logen. Erster Großmeister dieser Großloge war Anthony Sayer.

1717
1723 / 1738
„Alte Pflichten“

Die alten Pflichten stellen das Grundgesetz der angelsächsischen Maurerei dar. Die sog. Constitutions wurden von Pater James Anderson verfasst. In diesen Alten Pflichten ist festgehalten, dass nur freie Männer christlichen Glaubens und von gutem Ruf Freimaurer werden können.

1723 / 1738
1728
Gründung der ersten franz. Großloge – Vorläufer des heutigen Grand Orient de France
1728
1730
Verräterschrift von Samuel Prichard (Masonry dissected)

In diesem Buch wurden freimaurerische Gebräuche und Zeichen offen gelegt. Das Buch dokumentiert aber auch die noch heute gegebenen drei Grade (Lehrling, Geselle, Meister). Als Reaktion auf dieses Buch wurden z.B. bei den Logen schottischer Lehrart Änderungen bei Zeichen und Gebräuchen vorgenommen.

1730
1736 / 1737
1. und 2. Diskurs von Ramsay

In diesen beiden Texten eines französischen Freimaurers wird der Beginn der schottischen Lehrart der Maurerei gesehen. Zudem ist mit diesen Diskursen der Bruch zwischen der französischen und der englischen Freimaurerei vollzogen.

Ramsay fordert ein Weltbürgertum über Staatsgrenzen hinweg. Er sieht in den schönen Künsten der Antike und in der Tugend eine Möglichkeit zur (Ver-)Einigung der Menschen. Als Religion verlangt er nur die Religion, in der alle Menschen übereinstimmen können.

1736 / 1737
1737
Gründung der ersten dtsch. Loge
1737
1737
Verbot der Freimaurerei in Frankreich

In den folgenden Monaten und Jahren wird die Freimaurerei auch in der Toskana, Venedig, Hamburg, Polen, etc. verboten.

Am 28.04.1738 ergeht die päpstliche Bulle „In Emminenti“ gegen die Maurer.

1737
1751
Gründung der 2. engl. Großloge (konservativ, sog. Antients)
1751
1773
Gründung der Großloge „Grand Orient“ in Frankreich
1773
1804
Institutionalisierung des schottischen Ritus (Paris)

Die Freimaurer De Grasse und de la Hogue gründen den Obersten Rat von Frankreich (AASR) in Paris.

1804
1813
Vereinigung der beiden englischen Großlogen
1813
1882
Aufnahme von Maria Deraismes

Die Aufnahme von Maria Deraismes ist die erste dokumentierte Aufnahme einer Frau seit den Mopsorden (Ende ca. 1775). Frau Deraismes wurde in eine Loge aufgenommen, in der nach schottischer Lehrart gearbeitet wurde.

1882
1893
Gründung des Droit humain (erste gemischte Großloge)
1893
Originaldokumente und Quellen

Historische Dokumente

Wir haben Ihnen einige der historischen Originaldokumente in der jeweiligen Sprache bereitgestellt, die wir in unserer Rubrik „Geschichte der Freimaurerei“ erwähnt haben.

Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen beim Lesen!

Statuti di Bologna del 1248

Dies sind die Regeln der Steinmetze von Bologna aus dem Jahr 1248. Dieses Regelwerk ist das älteste maurerische erhaltene Dokument.

The Regius Manuscript

In diesem altenglischen Gedicht von 1390 finden sich erstmals detaillierte Regeln für eine Loge.

1. Diskurs von Ramsay und 2. Diskurs des Chevalier de Ramsay

Diese beiden Reden stammen von 1736/1737. Der Chevalier hat den Diskurs überarbeitet – ein Schelm, wer Übles dabei denkt…

Andersons Constitutions

Diese sog. Alten Pflichten stammen von 1723 (überarbeitet 1738) und stellen im Wesentlichen noch heute die Verfassung der Freimaurerei dar.